Das Fahren mit Bussen hat mir seinerzeit als neu Berliner einige Probleme bereitet.
Angefangen hatte alles damit, dass ich es von unserem kleinen 3 Bus Stadtbusunternehmen zu Hause gewohnt war vorne beim Fahrer einzusteigen um ihn mittels Kleingeld oder Zehnerkarte davon zu überzeugen mich mitzunehmen.
Genauso, dachte ich mir, müsse es hier auch laufen. Die Busse benutzte ich eigentlich nur nachts, in Form von Nachtbussen. Ich stieg also wie gewohnt vorne beim Fahrer ein und drückte ihm meine Monatskarte in die Visage. Dies wurde mir mehrmals durch ein “Hmmpff!” und einen bösen Blick quittiert. (Berlinerisch für “Sieh zu, dass Du reinkommst kleiner ich hab nich ewig Zeit!“)
Nach mehreren Versuchen begann ich zu verstehen und stieg ab sofort immer hinten ein. Bei uns zu Hause durften das nur die Rentner, glaube ich.
Mit dieser Methode fuhr ich mehrere Monate ganz gut, bis ich auf die Idee kam auch mal tagsüber den Bus zu benutzen.
Wie gewohnt stieg ich hinten ein. Hah, Fehler.
ξ◊δφ¶ vorne ∞£¥♥ so nich ♣♦◊♦♣ aber alle Mann æåê!!!
tönte es durch die Lautsprecher und sollte wohl etwa soviel heissen wie:
Sehr geehrte Fahrgäste die gerade den hinteren Einstieg benutzt haben. Es tut uns Leid Ihnen Unannehmlichkeiten bereiten zu müssen, aber bitte seien Sie doch so nett und steigen Sie hier vorne bei mir ein und zeigen mir im vorrübergehen bitte kurz Ihr gültige Ticket vor. Danke, Ihr Kapitän!
Was wollt Ihr eigentlich von mir dachte ich mir, ich war total verwirrt, egal wie man es macht, es ist falsch.
Nunja, aber das war erst der Anfang vom Ende, am 5. April 2004 wurde es dann offiziell, mit rotem Hinweisschild und so.
Angeblich verdient die BVG jetzt mehrere Millionen Euro mehr. “Fahrgäste mit Rollstuhl oder Kinderwagen” sind natürlich nicht betroffen. Ausserdem spare man Reinigungskosten, wieso auch immer.
Vorher war trotzdem besser!

stephanie 31. März 2006
Ja, ja die guten Berliner Busfahrer. Sehr witzig und daher auch anmerkenswert finde ich allgemein zu diesem Thema, dass die Berliner Busfahrer – allgemein für ihre Grimmigkeit bekannt – sich nun anlässlich der Fussball-WM einigen Freundlichkeitsseminaren (inklusive Verbesserung der Englischkenntnisse) unterziehen mussten … in denen Sie lernen sollten auch ohne “Grmpf”-Laute zu Kommunizieren und dabei stets freundlich zu Grinsen . . . he he
Daniel 31. März 2006
Na das ist doch mal sehr lobenswert, aber ob das fruchtet?